Liebe Leserinnen und Leser, was hält uns am Lebensende aufrecht?
Aus tiefer Überzeugung sage ich: die Würde des Menschen. Als Vorsitzender von Rücksicht e. V. erlebe ich täglich, dass Menschen in schweren Zeiten vor allem eines suchen: Orientierung.
Immer mehr schwer erkrankte oder altersgebrechliche Menschen ziehen Angebote zur assistierten Selbsttötung in Erwägung. Aus meiner langjährigen Erfahrung heraus wird der assistierte Suizid jedoch oft als ein abrupter und unnatürlicher Abbruch des Lebensweges wahrgenommen. Dieser Schritt lässt sich durch die richtigen Alternativen fast immer verhindern.
Das Problem: Zu wenig leicht zugängliche Informationen
Viele Betroffene kennen ihre Rechte und die medizinischen Möglichkeiten nicht umfassend. In über 30 Jahren Palliativpflege habe ich immer wieder erlebt: Die gesetzlich erlaubte passive und indirekte Sterbehilfe macht den assistierten Suizid in vielen Fällen überflüssig.
Besonders groß ist die Angst vor Demenz. Viele hoffen in dieser Situation auf die Unterstützung von Suizidhilfe-Organisationen. Doch hier liegt ein folgenschwerer Irrtum: Bei fortgeschrittener Demenz fehlt in der Regel die Einsichts- und Urteilsfähigkeit, die für einen freiverantwortlichen Sterbewunsch vorausgesetzt wird. Sterbehilfe-Organisationen können dann meist nicht mehr tätig werden – und genau dann stehen Betroffene und Angehörige ohne Orientierung da. Hier hilft eine rechtzeitige und konkret gefasste Patientenverfügung – am besten zusammen mit einer Vorsorgevollmacht. Sie hält den eigenen Willen fest, solange man ihn noch äußern kann, und gibt Ärztinnen und Ärzten eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen über passive oder indirekte Sterbehilfe.
Unser Vorhaben: Die erste digitale Aufklärungsplattform aus der Praxis
Da es im Netz an verlässlichem, leicht zugänglichem Wissen über diese Alternativen fehlt, bauen wir jetzt mit einem Expertenteam eine digitale Plattform auf. Diese wird Betroffenen und Angehörigen anonym sofort Orientierung, psychische Stütze und konkrete Hilfestellung in schweren Lebenskrisen bieten und auf Wunsch geeignete Hilfen bundesweit vermitteln.
Unser Projektteam
- Guido Kohler: Fachlicher Berater (Vorsitzender Rücksicht e. V.)
- Maria Kopf: Erfahrene Trauerexpertin & Fachkraft für Palliative Care
- Nicole Hofmann: Engagierte Vorstandskollegin und Administration
- Thomas Kohler: IT-Experte für die digitale Umsetzung
- Ärzte & Medizinrechtler: Fachliche Begleitung nach Bedarf
Ihre Spende schenkt Würde und Aufklärung
Ein solches Zukunftsprojekt braucht eine starke Gemeinschaft. Bitte unterstützen Sie den Aufbau dieser Plattform mit Ihrer Spende. Jeder Beitrag fließt direkt in die technische und inhaltliche Umsetzung sowie in die stetige Weiterentwicklung dieses wichtigen Vorhabens.
Bitte teilen Sie diese Seite auch mit Ihren Bekannten und Verwandten. Jeder von uns kann unerwartet in eine schwere Lebenslage geraten.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!
Guido Kohler
Seit 1995 in der Palliativpflege tätig & Träger des Bundesverdienstkreuzes
Vorsitzender Rücksicht e.V.